Tessiner graue Geld- und Goldwäsche

Das Bankhaus BSI, Lugano, zerbricht

Gern wurde Anfang April 2016 der Gedanke aufgegriffen, dass die PanamaPapers für 214.000 Firmen Hilfestellung zur Vermeidung der Steuerzahlung ihrer Besitzer in vielen Staaten der Welt dienen sollten. An diesem Abend versuchte ein Schweizer Analyst die Gruppe um Anne Will auf Korruption und andere Betrügereien umzulenken. Seitdem sind mehrere Wochen vergangen. Der Bürger lernt, dass es Verbrecher mit seit Jahrhunderten bekannten Straftaten sind, die sich Profite einstreichen wollen, die ihnen originär nicht gehören. Steuerhinterziehung ist auch eine Straftat – aber die Bürger aller Länder differenzieren und bringen diese bei Kavaliersdelikten unter.

Schweizer Banken begleiten seit Jahrzehnten nicht nur die Vertuschung von Steuern. Auch in Liechtenstein, den Jungferninseln und Panama werden Korruption und Kapitalverbrechen vertuscht. Die Tessiner Privatbank BSI steht für die schwersten Korruptionsfälle in der internationalen Finanzwelt. Dem malaysischen Staatsfonds „1MDB“ wurde geholfen Gelder zu waschen. Die Konsequenz: Die Finma, das Schweizer Pendant zur deutschen BaFin, hat das 1873 gegründete Institut geschlossen. Ungerechtfertigt erzielte Gewinne von circa € 85 Mio. wurden sichergestellt. Gegen ehemalige Manager der Bank laufen Ermittlungsverfahren (FAZ 2016-05-25).

Über die Korruptionsaffären des malaysischen Staatspräsidenten Najib Razak wurde lange gerätselt.. € 640 Mio. sind ihm privat vom Staat Saudi-Arabien zugeflossen. Eine deutsche Familie in Malaysia stand ihm nahe – Kommanditgesellschaften, die in Deutschland Anleger mit dem Ziel gefunden hatten in Kanada mit Erfolg Gold zu schürfen wurden durch einen Geschäftsführer mit gleichem Namen geleitet. Der Verfasser glaubt immer mehr an den Zufall und erkennt, dass das Leben wohl nur noch aus Zufällen besteht. Realitäten gibt es nicht mehr – bei solchen Instituten. Das Gesamtvolumen des Betrugs am Rande – mehr als € 3,6 Milliarden.

BSI mit Sitz in Lugano hat gegen Geldwäschebestimmungen verstoßen. Transaktionen über hunderte von Millionen Euro sind nicht hinterfragt worden, d. h. die Herkunft wurde nicht überprüft. Wie schon in Malaysia auch hier die Behauptung der Begünstigten von Zig Millionen Euro: Geschenke! Die Sichtweise der Bank war durch hohe Gebühren getrübt, die der Kundenberater dank Boni auch. Es ist der größte „Fall“ einer Bank in der Schweiz. Die Bank verwaltete mit 1900 Mitarbeitern ein Kundenvermögen von etwa 80 Milliarden Euro. Der Fall des grauen Fonds 1MDB wurde in Singapore bearbeitet – mit vollem Einblick durch das Schweizer Management. Auch andere Banken sind von diesem Verfahren betroffen. Gezielte Ermittlungen laufen gegen sie          (vgl. Hein /Ritter; BSI – FAZ 2016-05-25).

In Singapore ist einem Bankinstitut erstmals die Arbeitsgenehmigung entzogen worden. Der Zufluss von Schwarzgeld aus Staaten Asiens, insbesondere Malaysias, zum Zwecke der Geldwäsche war bekannt. Der Ministerpräsident Malaysias, Najib Razak, ist gleichzeitig Finanzminister und führt den nun zahlungsunfähigen Staatsfonds 1MDB. Dessen Anleihen platzen. Die Zentralbank Singapurs, MAS, ermittelt gegen die Manager der BSI in mehreren Fällen.

Die Interessen deutscher Privatanleger richten sich in diesem Fall auf das mögliche Engagement und die Vertuschung der Geldzuflüsse und Geldabflüsse bei den Gold-Kommanditgesellschaften. Dazu könnte irgendwann der Versuch gestartet werden die Arbeit der zu dem Geschäftsführer gleichnamigen Familie zu hinterfragen. Nicht zuletzt war der Aufenthaltsort der Initiatoren – sicher aus urlaubstechnischen Gründen – Malaysia. Einer der anderen Initiatoren residiert in der Schweiz.

Ein Schelm, der hier Zufälle im Graubereich sieht!

JPM

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