Bei jedem kleinen Strauchdieb wären die in Revision gegangen, aber bei Anton Schlecker

Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft verzichtet nach dem Urteil im Schlecker-Prozess auf eine Revision. Die Bewertung des Sachverhalts entspreche „weitgehend“ der Auffassung der Anklage, teilte das Landgericht Stuttgart am Montag mit. Die Anwälte der Schlecker-Kinder legten bereits Revision gegen ihre Verurteilung ein. Für Anton Schlecker hatte die Staatsanwaltschaft ursprünglich drei Jahre Haft gefordert. Die Richter hatten aber ein Jahr Haft in eine Geldstrafe umgewandelt und den 73-Jährigen so vor dem Gefängnis bewahrt. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft ist die zweijährige Bewährungsstrafe zwar milder für den Verurteilten, führt aber „nicht zu einem offensichtlichen Missverhältnis zwischen Strafe und Schwere der Taten“. Ist ja auch ein großer Name, und der Kampf vor Gericht gegen die hochdotierten Rechtsanwälte war dann sicherlich für die Stuttgarter Staatsanwaltschaft auch nicht einfach. Wäre es hier um ein Urteil gegen einen „Ladendieb“ gegangen, der nur einen Pflichtverteidiger zur Seite gehabt hätte, wie hätte dann die Entscheidung der Staatsanwaltschaft ausgesehen? Diese Frage darf man sicherlich an dieser Stelle einmal stellen.

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