IBH Immobilinefonds- Abkassieren bei den Anlegern? von RA Jochen Resch Berlin

Die Anleger der IBH Immobilienfonds Chemnitz haben einen umfassenden Beschlusskatalog per Post erhalten, über den sie im Umlaufverfahren entscheiden sollen. Viele Anleger fühlen sich schlichtweg überfordert. Sie verstehen nicht, welches Konzept dahintersteckt. Es soll doch nur liquidiert werden. Viele fragen sich, wozu sie jetzt über so viele verschiedene Tagesordnungspunkte entscheiden müssen. Und dann gab es von der IBH noch eine eklatante Falschinformation (!) zum frühzeitigen Verkauf!

IHB Immobilienfonds: Was will Staratschek mit seiner AIF Invest?
In der Tat ist der von der IBH-Fondsverwaltung erstellte Fragenkatalog außerordentlich umfangreich. Er erweckt zumindest den Eindruck, dass der IBH-Geschäftsführer mit seiner neuen AIF Invest ein Unternehmen aufbauen will, das für die beschlossene Liquidation der IBH-Fonds überdimensioniert sein dürfte. Aber Martin Staratschek könnte die Auflösung der IBH-Immobilienfonds nutzen wollen, um sich mit seiner neuen Gesellschaft für zukünftige, über die Liquidation der IBH-Immobilienfonds hinausgehende, Aktivitäten zu präparieren. Aber auch dies sei ihm unbenommen.

IBH Immobilienfonds: Preisverfall bei schneller Liquidation
Sorgen machen allerdings die Kosten für die AIF Invest, die nach diesem Konzept für die Liquidation der IBH-Fonds anfallen. Wie eine solche Liquidation aussehen soll, bleibt den Anlegern nach wie vor unerschlossen. Wenn tatsächlich alle Wohnungen einzeln im Zuge der Liquidation auf einen Schlag verkauft werden sollen, dürfte der Wohnungsmarkt in Chemnitz zusammenbrechen. Die Verkaufspreise würden drastisch sinken. Alternative könnte auch ein Paketverkauf sein. Ganze Objekte würden an Großinvestoren verkauft. Vielleicht gibt es die ja auch schon? Wer weiß? Aber auch ein Großinvestor will auf jeden Fall einen Mengenrabatt! Aber immerhin fielen die Gebühren für die AIF nur – relativ- kurzzeitig an.

IBH Immobilienfonds: Konsequenzen der langsamen Liquidation
Dieser Preisverfall könnte nur verhindert werden, wenn sich der Abverkauf von hunderten von Eigentumswohnungen über einen längeren Zeitraum hin zieht. Aber auch dann sollte man sich nicht auf die von der IBH Verwaltung genannten vorläufigen Werte verlassen. Schaut man sich die vorläufigen Werte an, besteht die Sorge, dass diese im wahren Feldversuch wohl nicht erzielt werden können. Und weitere Konsequenz: Die durch die Einsetzung der AIF Invest jährlich anfallenden Kosten werden den Verkaufspreis deutlich mindern oder sogar ganz auffressen.

IBH Immobilienfonds:  Anleger werden nicht informiert
Welches Konzept verfolgt die AIF Invest als Liquidator? Die schnelle oder langsame Variante? Bedauerlich ist, dass die Anleger darüber im Unklaren gelassen werden. Mit Sicherheit wird aber schon ein solches Konzept in der Schublade liegen. Anders geht es wohl auch nicht. Viele Anleger und deren Vertreter wären aber dankbar gewesen, wenn man ihnen von vornherein reinen Wein eingeschenkt hätte.

IBH Fonds: Was ist mit Umlaufbeschlüssen?
Angesichts der sich schon in den vergangenen Gesellschafterversammlungen abzeichnenden klaren Mehrheitsverhältnisse, die auch zu Gunsten der IBH durch die Einschaltung des Callcenters sichergestellt wurde, wird das Programm wie geplant ablaufen. Die Anleger der IBH-Immobilienfonds sind Statisten, die jetzt aufpassen müssen, nicht unter die Räder zu geraten.

IBH Immobilienfonds: Alles bleibt vage und unklar
Das Risiko der persönlichen Haftung ist bei vielen IBH Fonds keinesfalls aus der Welt. Viele vorläufige Zahlen dürften sich im Nachhinein als Makulatur herausstellen. Weil alles unklar ist – und hier sind nur einige wenige Punkte angesprochen – , kann das von der IBH-Fondsverwaltung errechnete vorläufige Auseinandersetzungsguthaben schnell durch falsche Wertansätze und/oder Kosten  aufgefressen werden. Die IBH Fonds landen dann im Minus.

IBH Immobilienfonds: Persönliche Haftung droht auch weiterhin!
Anleger sollten sehen, dass sie ihre Risiken erkennen und gegebenenfalls begrenzen. Wenn die Kosten die Erlöse aus der Verwertung übersteigen, droht den Anlegern nach den Grundlagen der Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) die persönliche Haftung.

IBH Immobilienfonds: Falschinformation zum frühzeitigen Verkauf
IBH schreibt an die Anleger: „Die FD Treuhand hat zum Ihrem Fonds ein Kaufangebot in Aussicht gestellt, welches Sie (?) für einen Investor begleitet. Damit haben Sie die Möglichkeit, soweit uns bekannt ist, Ihren Anteil zum derzeitigen Verkaufserlös vorzeitig zu verkaufen.“ Eine gezielte Falschinformation!

IBH Fonds: Keine über Übernahme zum derzeitigen Verkaufserlös!
Natürlich übernimmt FD Treuhand nicht derzeitigen Verkaufserlös, wie FD Treuhand Chef Steenhuis auf Nachfrage bestätigte. Es gibt – logischerweise – keinen derzeitigen Verkaufserlös. Wie denn?  Und erst recht übernimmt FD Treuhand nicht zu den vorläufigen Werten, wie sie den Anlegern im Zuge der Gesellschafterversammlungen mitgeteilt worden waren. Diese vorläufigen Werte sind Makulatur und werden durch die Liquidationskosten noch weiter reduziert oder landen sogar im Minus. Zu klären bliebe, ob die FD Treuhand auch eventuelle Schulden und damit die potenzielle persönliche Haftung übernimmt? Gewiss nicht!

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