MS „NORDIC VISBY“ Schifffahrtsgesellschaft mbH & Co. KG: Nicht durch Vermögenseinlagen gedeckte Verlustanteile von Kommanditisten 18.573.904,56

Wahnsinn, wenn man sich dann noch überlegt das dies alles Anlegergelder sind. Anlegergelder die dort im Vertaruen darauf einbezahlt wurden, das sie dort Gewinn bringen, denn viele der Anleger hatten sich daraus einen Teil der Altersvorsorge versprochen.

MS „NORDIC VISBY“ Schifffahrtsgesellschaft mbH & Co. KG

Hamburg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2016 bis zum 31.12.2016

Bilanz zum 31. Dezember 2016

AKTIVSEITE

EUR EUR EUR Vorjahr
EUR
A. Anlagevermögen
I. Sachanlagen
Seeschiff 7.590.000,00 10.150.192,53
II. Finanzanlagevermögen
Anteile an verbundenen Unternehmen 1.290,22 1.290,22
7.591.290,22
B. Umlaufvermögen
I. Bordbestände 30.594,93 45.568,82
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 129.071,17 244.644,85
2. sonstige Vermögensgegenstände 117.653,70 139.644,03
246.724,87
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 45.146,61 17.823,89
322.466,41
C. Rechnungsabgrenzungsposten 34.117,40 41.387,06
D. Nicht durch Vermögenseinlagen gedeckte Verlustanteile von Kommanditisten 18.573.904,56 13.876.361,27
26.521.778,59 24.516.912,67

PASSIVSEITE

EUR EUR Vorjahr
EUR
A. Eigenkapital
Kapitalanteile der Kommanditisten
1. Festkapitalkonten 1.200,00 1.200,00
2. Kapitalsonderkonten 849.451,82 849.451,82
3. Verlustsonderkonten – 19.424.556,38 – 14.727.013,09
– 18.573.904,56 – 13.876.361,27
Ausweis als: Nicht durch Vermögenseinlagen gedeckte Verlustanteile von Kommanditisten 18.573.904,56 13.876.361,27
0,00 0,00
B. Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen 67.168,00 79.101,50
2. sonstige Rückstellungen 132.841,59 420.699,80
200.009,59
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 26.216.596,33 23.976.747,50
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 59.617,91 21.242,24
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 5.950,00 0,00
4. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 8.375,49 12.232,31
26.290.539,73
D. Rechnungsabgrenzungsposten 31.229,27 6.889,32
26.521.778,59 24.516.912,67

Anhang für das Geschäftsjahr 2016

I. Allgemeine Erläuterungen

Der Jahresabschluss der MS „NORDIC VISBY“ Schifffahrtsgesellschaft mbH & Co. KG zum 31. Dezember 2016 wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde in Anlehnung an das gesetzliche Gliederungsschema des § 275 Abs. 1 und 2 HGB und die Empfehlung des Verbandes Deutscher Reeder gegliedert. Bei der Gesellschaft handelt es sich um eine kleine Personenhandelsgesellschaft gem. § 264a in Verbindung mit § 267 Abs. 1 HGB. Von der Aufstellung eines Lageberichts wurde gem. § 264 Abs. 1 Satz 4 HGB abgesehen.

Der Fortbestand der Gesellschaft ist gefährdet, da die Liquiditätslage aufgrund der schwachen Erlössituation angespannt ist. Aktuell duldet die Bank die Tilgungsaussetzungen und toleriert die Durchbrechung von Darlehensklauseln. Die Gesellschaft ist zudem zum 31. Dezember 2016 in Höhe von TEUR 18.574 bilanziell überschuldet.

Es wird darauf hingewiesen, dass der Jahresabschluss wegen des geplanten Verkaufes des Schiffes unter Abkehr von der Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt wurde, aber gleichwohl aus Sicht der Geschäftsführung keine Insolvenzantragspflicht besteht. Diese Prognose beruht auf der Tatsache, dass die Gesellschaft im partnerschaftlichen Verständnis mit der finanzierenden Bank den Verkauf des Schiffes bzw. die Übertragung des Schiffes auf eine Plattform bis zum 31. Dezember 2017 sowie die anschließende insolvenzfreie Liquidation der Gesellschaft vorantreibt. Diese Tatsache wird insbesondere durch folgende Gegebenheiten untermauert:

Vorliegen eines unlimitierten Verkaufsbeschlusses der Gesellschafter vom 23. Juli 2014;

Einräumung eines Liquidationsdarlehens, seit Juli 2015 durch die finanzierende Bank in Höhe von derzeit bis zu USD 2.560.000 mit einer Befristung bis zum 31. Dezember 2017, um folgende Sachverhalte zu finanzieren:

1.

Erneuerung der Klasse

2.

Ausgleich möglicher Liquiditätsunterdeckungen

3.

Kosten der Liquidation der Gesellschaft nach Veräußerung/Übertragung des Schiffes.

Die finanzierende Bank wird in Abhängigkeit von dem erzielten Erlös aus dem Schiffsverkauf einen entsprechenden Teilforderungsverzicht aussprechen, um eine insolvenzfreie Liquidation der Gesellschaft zu ermöglichen.

Bei derzeitiger Inanspruchnahme des Liquidationsdarlehens geht die Geschäftsführung davon aus, dass die noch nicht in Anspruch genommene Kreditlinie ausreichen wird, um die insolvenzfreie Liquidation der Gesellschaft umsetzen zu können. Bei der Bewertung wurde daher von der Liquidation der Gesellschaft und von der Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit ausgegangen. Sollte sich der Verkauf des Schiffes bzw. die Übertragung des Schiffes auf eine Plattform zeitlich erheblich verzögern oder sollte der Forderungsverzicht der Bank im Verhältnis zum erzielten Erlös aus dem Schiffsverkauf zu gering ausfallen, wäre die insolvenzfreie Liquidation der Gesellschaft gefährdet. In diesem Falle des Weiterbetriebes müsste ein langfristiges Finanzierungskonzept mit der Bank erarbeitet werden.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Sämtliche Vermögensgegenstände und Schulden wurden zum 1. Januar 2016 aus der Bilanz des Vorjahres übernommen. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden des Vorjahres wurden mit den nachfolgend genannten Einschränkungen unverändert beibehalten.

Mit Beachtung der durch das Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz (BilRUG) geänderten Umsatzerlösdefinition des § 277 Abs. 1 HGB sind verschiedene Erlöse, die im Jahresabschluss 2015 unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen wurden, ab dem Jahresabschluss 2016 unter den Umsatzerlösen auszuweisen. Entsprechendes gilt für die zu den Erlösen gehörenden Aufwendungen. Um eine Vergleichbarkeit der Posten im Jahresabschluss herzustellen, wurden die Vergleichszahlen für das Vorjahr entsprechend angepasst, so dass diese nicht mit dem Vorjahresabschluss übereinstimmen. Insgesamt wurden für das Vorjahr TEUR 62 von den sonstigen betrieblichen Erträgen in die Umsatzerlöse sowie TEUR 21 von den sonstigen betrieblichen Aufwendungen in die Aufwendungen für bezogene Leistungen umgegliedert.

Die im Vorjahr ausgewiesenen außerordentlichen Erträge wurden in die sonstigen betrieblichen Erträge, die im Vorjahr ausgewiesenen außerordentlichen Aufwendungen wurden in die sonstigen betrieblichen Aufwendungen umgegliedert.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige und außerplanmäßige Abschreibungen (TEUR 9.357 zum 31. Dezember 2012, TEUR 608 zum 31. Dezember 2014, TEUR 2.003 zum 31. Dezember 2016) bewertet. Das Seeschiff wird über 20 Jahre linear unter Berücksichtigung eines Schrottwerts von TEUR 2.208 abgeschrieben.

Die Finanzanlagen und das Umlaufvermögen wurden zu Anschaffungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips bewertet.

Die Rückstellungen umfassen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Sie sind in Höhe des Erfüllungsbetrages passiviert worden, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist.

Verbindlichkeiten wurden mit ihrem Erfüllungsbetrag bewertet.

Auf fremde Währung lautende Geschäftsvorfälle werden grundsätzlich mit dem Kurs bei Ersteinbuchung erfasst. Haben die dazugehörigen Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten am Bilanzstichtag eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr, werden diese zum Devisenkassamittelkurs des Abschlussstichtages umgerechnet.

III. Erläuterung einzelner Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung

Alle Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben – wie im Vorjahr – eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.

Sämtliche Verbindlichkeiten haben – wie im Vorjahr – eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.

Wie im Vorjahr sind die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in voller Höhe durch eine Bürgschaft und erstrangige Schiffshypothek besichert. Alle übrigen Verbindlichkeiten sind nicht besichert.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sowie Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind wie im Vorjahr zugleich Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern.

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von EUR 35.573,05 (Vorjahr EUR 174.160,19) enthalten.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von EUR 886.450,24 (Vorjahr EUR 2.556.970,14).

IV. Weitere Angaben

Für den (Weiter-) Betrieb des Schiffes ist es erforderlich, mindestens alle fünf Jahre die Klasse zu erneuern. Für die im Zuge der nächsten Klasseerneuerung im Juli 2020 anfallenden Kosten wird mit einem Betrag in Höhe von TEUR 617 gerechnet.

Der Personalaufwand entfällt auf eine Besatzung von durchschnittlich rd. 22 Seeleuten (Vorjahr rd. 23).

 

Hamburg, 16. Mai 2017

Die Geschäftsführer

Dr. Hans-Rowil Ponta

Richard Grube

Der Jahresabschluss zum 31.12.2016 wurde in der Gesellschafterversammlung am 16.05.2017 festgestellt.

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