Kapitalanlagen im Internet bei Beeinflussungen durch FOMO

Wunder bei Kapitalanlagen sind wunderbare Ergebnisse. Die neue Finanzwelt soll im Internet mit digital präsentierten Angeboten die Differenzen zwischen Geld und kryptischen Währungen vermischen.

Eine Vorstellung mit diesem Unterthema zum Internet verlangt keine Erläuterung der Zugehörigkeit zum grauen Markt. Große Partner werden aktiviert und motiviert neue Ideen zu verfolgen. Kapital von privaten Anlegern genießt Priorität. Die 19 Millionen deutschen Paypal-Kunden interessieren sich über das Internet für Tages- oder Festgeld zu attraktiven Zinsen. Zinsportale bewegen für diesen Kundenkreis mehrere Milliarden Euro. Davon entfielen 3 Milliarden Euro auf das zurückliegende Jahr.

Ein Anbieter über das Internet nennt sich Weltsparen.de. Tagesgeldangebote werden seit Monaten vermarktet, seit Herbst des vergangenen Jahres auch für Geschäftskunden. Sachwertbezogene Kapitalanlagen wie börsennotierte Indexfonds, Exchange Traded Funds (ETF) kommen hinzu. Weltsparen kooperiert mit der Direktbank DAB BNP Paribas und dem Vermögensverwalter Vanguard. Die Werbung wird im Internet so gesetzt, dass die Kontaktierten fürchten etwas zu verpassen, wenn sie nicht an Tests teilnehmen.

Erklärung von Beeinflussungen durch FOMO

Im Zeitalter von sozialen Medien grassiert mit den gleichen Vorgaben die Krankheit namens FOMO: Fear of missing out (Angst, im Internet etwas zu verpassen)! Facebook, Instagram werden mit Fotos von überwältigten Urlaubern beworben, die andere ebenso daran teilhaben lassen wollen, wie an den – meist banalen – Erzählungen darüber. Kinder und Jugendliche nehmen diese Schwäche an. Diese lassen nicht mehr vom eigenen Smartphone und Internet. Sie nehmen die Werbungen auf. Einige Jugendliche befinden sich deshalb in Behandlungen. Einfluss der Eltern ist mit großer Wirkung möglich und zu empfehlen: Freundeskreis beeinflussen und maximal eine Stunde pro Tag am Smartphone – mit automatischer Zeitblockade – zulassen. Der Zeitraum könnte dann mit Schulkontakten und –aufgaben voll „besetzt“ werden. Die grauen Erfolge der Werbeunternehmen im Internet wären automatisch eingeschränkt. Das würde nicht zu großem Schaden für diese, aber zu besserem Gewissen führen!

Mit den gleichen Methoden arbeitet die Organisation Weltsparen.de im Internet. Diese ist mit mehr als 40 Partnerbanken aus 30 Ländern verbunden. Institute wie die polnische Alior Bank oder Banco Português de Gestão aus Portugal mit höhere Zinsangeboten als deutsche Banken gehören dazu. Große deutsche Institute „verzichten“ auf das Geld der Sparer. Privatkunden sollten mit Banken zusammenarbeiten, die nicht in Liquidität schwimmen, aber ihr Geschäft finanzieren müssen. Diese kleineren Institute oder Spezialbanken haben meist kein Privatkundengeschäft. Sie verfügen nicht über bedeutende Kundeneinlagen.

Weltsparen.de konzentriert sich auf Länder aus der EU. Dort sind Kundeneinlagen bis zu 100.000 Euro gesetzlich garantiert. Banken in Ländern wie Italien müssen ihre Bilanzen von ausfallgefährdeten Krediten säubern, bevor eine Einlagensicherung eingerichtet wird. Für Länder eines Währungsraums sollte es keine unterschiedlichen Referenzzinsen geben. Der Leitzins der EZB von null Prozent bewirkt in Deutschland mehr als in Portugal.

Was bedeutet FOMO unter diesen Gesichtspunkten für die Finanzbranche? Die digitale Abkürzung bewirkt mehr Aufmerksamkeit. In Initial Coin Offerings (ICO)s verkaufen Start-ups virtuelle Münzen oder Tokens, um an Geld zu gelangen. Dabei geben sie keine Anteile am Unternehmen ab. Sie erfinden eigene Währungen, die ihre Investoren kaufen können. Weltsparen.de will nach seinen Angaben die Kunden mit einem monatlichen Netto-Einkommen von mehr als 2.500 Euro an gute Angebote heranführen. Damit werden gemäß FOMO schwächelnde Interessentenkreise geweckt und diese zu zahlenden Kunden.

Einsatz von ICOs mit Risiko

Die Branche fragt sich, ob ICOs dazu gehören. Banken vernachlässigen diese Kundengruppe und empfehlen hauseigene Produkte mit hoher Marge. Diese sind aus Sicht der Banken sinnvoll. Weltsparen.de will seinen Kunden über das Internet Alternativen am Markt vermitteln. Mit einer Zinsplattform können Anleger an hohen Renditechancen in wachstumsstarken Ländern teilhaben (vgl. Georgadze, Tamaz – Initiator Weltsparen.de, früher McKinsey). Das kann funktionieren, wenn die Zielgruppe den Blick auf die Risiken auslässt.

Risikokapitalgeber entdecken neue digitale Finanzierungsmodelle. Privatinvestoren – und auch Institutionen – beteiligen sich inzwischen an ICOs. Damit erhält jedes Start-up Kapital, ohne Anteile abzugeben. Das Anlagerisiko ist groß. Verbraucherschützer warnen vor Auslandsangeboten, wie sie Weltsparen.de und der Konkurrent Zinspilot vermitteln. Die meist kleineren Banken müssen höhere Zinsen bieten, weil ihnen der Zugang zum Kapitalmarkt fehlt. Die portugiesische Bank Espírito Santo und die bulgarische Fibank haben zu Problemen geführt. Kein Anleger hat Geld verloren, da die Institute mit staatlichem Kapital gerettet wurden. Die jeweilige nationale Einlagensicherung musste einspringen. Was unterscheidet solche Geldanlagen in ihrer Risikostruktur von ICOs?

Kunden achten auf die Sicherheit der Bank und des Landes, in dem diese ansässig sind. 60 Prozent der Gelder fließen in Länder wie Österreich oder Schweden, die als sicher gelten. Fachleute verweisen auf attraktive Möglichkeiten, in Deutschland Geld anzulegen. Danach müssten die Anleger aber suchen. Die Spreizung der Zinsen ist hierzulande enorm:

Festgeld bei fremden Banken als Einstieg auf dem Weg zu ICOs

Die fünf größten Banken bieten einjähriges Festgeld im Durchschnitt zu 0,03 Prozent an. Die besten fünf Angebote liegen im Durchschnitt bei 0,88 Prozent. „Es ist unglaublich, dass sich die Preise für ein Standardprodukt in einem nationalen Markt um den Faktor 30 unterscheiden können.“ (Georgadze ebda.) Diese Spreizung ist auch in anderen Bank-Märkten zu beobachten, wenn diese wettbewerbsintensiv sind. In Ländern, in denen wenige Banken den Markt kontrollierten, sind die Unterschiede geringer.

Die Initiatoren von ICOs erfinden eigene Währungen, die von den Investoren gekauft werden können. Wenn das Geschäftsmodell eines Unternehmens erfolgreich ist, steigen die Nachfragen nach seiner virtuellen Währung und damit die Preise. Frühinvestoren machen so Kasse! ICOs waren in den vergangenen Jahren Finanzierungsmodelle für Start-ups, die Risikokapitalgeber suchen, weil entweder das Produkt ein völlig digitales und schwer vorführbar ist.

Die Ideen sind teils so hanebüchen, dass kein Finanzfachmann dort Geld investieren würde. Das könnte auch für die fast 150 bekannten Krypto-Währungen gelten. Eine davon wird durch die zum Teil kriminell finanzierten Bitcoins repräsentiert.

Fazit

Der graue Markt weiß von 30 000 Investoren, die das Konzept eines ICO unterstützen wollen. Von diesem ist außer einem Werbe-Video und einem sogenannten Whitepaper, in dem das Produkt erklärt wird, nicht viel zu sehen. Vielleicht funktioniert die Idee der Gründer, und in ein paar Jahren gelten die 30 000 Investoren als Visionäre, die vorher mit Weltsparen.de begonnen haben. Jedem Investor muss klar sein, dass ICOs viel spekulativer sind als Beteiligungen an Unternehmen:

Die BaFin warnt Anleger davor, weil ICOs „erhebliche Risiken“ bergen und für Anleger der Totalverlust von Investitionen möglich ist. Berater von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften haben errechnet, dass über und von ICOs bis zu 10 Prozent des Kapitals einfach gestohlen werden, weil die Bezahlplattformen nicht ausreichend gegen Kriminelle geschützt werden (können).

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