Schiffsbeteiligung Rio Blackwater – Schutz für Privatanleger

Vor einigen Jahrzehnten haben Kapitalanleger begonnen diese Schiffsbeteiligung zu zeichnen. Das Wirtschaftswunder Deutschlands verlangte Waren aus dem Ausland und Schiffe verdienten Geld.

Die Zugehörigkeit zum grauen Markt ist heute für den Anlageweg der Schiffsbeteiligung unbestritten. Bedeutende Partner waren vor Jahren aktiviert und motiviert worden neue Ideen zu verfolgen. Bevorzugt fühlten sich Unternehmen angesprochen, die in großen Städten mit Seezugang residierten. Der Zugang zum Kapital von privaten Anlegern mit vermeintlichem Verständnis für wirtschaftliche Situationen genießt heute noch Priorität. Eine Schiffsbeteiligung war an Steuervorteilen orientiert. Für Beteiligungen dieser grauen Art gibt es Verunsicherungen. Aufgrund der Einschränkungen durch den Gesetzgeber fällt der Blick bei einer neuen Schiffsbeteiligung eher auf Kapitalzuflüsse.

Beschreibung der Beteiligung

Die Fondsgesellschaft für diese Schiffsbeteiligung residiert nach der Gründung in Hamburg nunmehr in Quickborn. Die 671 Anleger haben sich mit etwa 22,2 Mio. Euro beteiligt. Im Verlaufe der Zeit war es notwendig weiteres Kapital von 3,57 Mio. Euro mit bevorzugtem Anspruch auf Tilgung zuzuführen. Die Kommanditgesellschaft wird seit Gründung von der gleichen Treuhänderin (TVP, Hamburg) begleitet. Die Kommanditisten werden von drei Beiratsmitgliedern unterstützt.

Diese Vorgaben sprechen für eine betriebswirtschaftlich qualifizierte Unternehmensführung mit mindestens durchschnittlichem Erfolg. Die Vorgaben für eine schriftliche Abstimmung im Rahmen der nächsten Gesellschafterversammlung im März 2018 sind zu beachten. Bei oberflächlicher Betrachtung ein vermeintlich guter Eindruck gewonnen werden. Die Treuhänderin versucht einen guten Eindruck zu erwecken. Unternehmerische Entscheidungen sollen sich in der Zukunft an den Gegebenheiten orientieren. Die Kommanditisten können daraus nicht den Eindruck gewinnen, dass Probleme auf sie zukommen könnten.

Dem widersprechen die Zuführung von Neukapital und dessen Verzinsung. Daneben haben Verlustzuweisungen der Schiffsbeteiligung zu Steuerersparnissen geführt, die ein Viertel des Kommanditkapitals ausmachen können. Die Darstellungen der Treuhänderin erwecken den Eindruck des „Business as usual“, was „durchschnittlich orientierte“ Beteiligte gern hinnehmen.

Die Problemstellung der letzten zehn Jahre werden von der TVP nicht verschwiegen. Sie werden geringer bewertet als dies erforderlich wäre. Das Schiff ist nunmehr 15 Jahre alt und mit Hapag Lloyd, einem seriösen Charterer, qualifiziert belegt. Die Probleme der Containerschifffahrt hätten bei anderer Geschäftsverbindung mit der Insolvenz enden können. Trotzdem lässt sich der Eindruck nicht verhehlen, dass viel Glück die Existenz des Schiffes gesichert hat.

Es ist nicht zu verwerfen, dass die Treuhänderin von zukünftig steigenden Charterraten „spricht“. Für das Schiff werden Hoffnungswerte mit niedrigen Betriebskosten einpreist. Eine Kasko-Versicherung hat den Brandschaden von 2012 überwiegend ausgeglichen. Das ist als Problem einer normalen Geschäftsentwicklung hinzunehmen. Finanztechnisch wird hervorgehoben, dass die Schifffahrtsgesellschaft seit 2015 entschuldet ist. Die Anleger haben bisher Auszahlungen von 35% auf das Kommanditkapital erhalten. Das entspricht etwa einem Drittel der Zusagen. Für 2017 und 2018 sind keine Auszahlungen geplant. Das o. b. Neukapital wird zunächst mit 12% p. a. bedient.

Betriebsverlauf und Ergebnisdarstellung

Die Barrücklagen sollen Ende 2017 1,2 Mio. Euro betragen haben. Die aktuell steigenden Charterraten sollen in 2018 wieder zu Überschüssen für die Gesellschaft führen. Dieses Ergebnis und der Verzicht auf den Verkauf des Schiffes sollen vom Beirat getragen werden. Betriebswirtschaftlich ist dies richtig, denn der kalkulierte Wert des Schiffes liegt über einem erzielbaren Verkaufspreis.

Dennoch sollte beachtet werden, dass die Stellungnahmen des Beirats abweichen. Sie greifen nicht die positiven Stellungnahmen der Treuhänderin auf. Der Beirat warnt vor Ergebnissen, die den Verlust der noch vorhandenen Substanz einbeziehen.

Die Schuld für die Entwicklung der Beteiligungsgesellschaft ist nicht primär bei Geschäftsführung oder Beirat zu suchen. Aufgrund der weltweiten wirtschaftlichen Probleme in der Zeit nach der Finanzkrise 2008 waren alle Containerschiffe von Niedergängen betroffen. Positiv ist zu vermerken, dass die hier besprochene Schifffahrtsgesellschaft die letzten zehn Jahren überlebt hat. Viele andere Schiffe haben dies für ihre Eigentümer nicht geschafft.

Die Abstimmungen zur nächsten Gesellschafterversammlung stehen bevor. Die Kommanditisten dürften keine andere Wahl haben als den Vorschlägen der Treuhänderin TVP zu folgen. Die Einnahmen liegen für 2017 über den Ausgaben. Sie decken nicht alle zusätzlichen Aufwendungen. Auch für 2018 wird dies erwartet. Diese Ergebnisse werden von der Hoffnung begleitet, dass die täglichen Charterraten von aktuell etwas mehr als USD 9.000 in 2018 auf ca. USD 12.000 steigen. Hoffnungswerte sind nützlich. Sie könnten nicht real sein. Immerhin läuft das Schiff seit Längerem ohne technische Probleme. Die Betriebskosten liegen unter dem budgetierten Wert.

Wie angedeutet, folgt der Beirat nicht allen hoffnungsvollen Ausführungen von Geschäftsführung und Treuhänderin. Die Liquidität der Gesellschaft ist aufgrund der Auszahlungen auf das Neukapital zurückgegangen. Die Alt-Anleger erhalten keine Gewinne. Die Gesellschaft wird damit noch Jahre belastet sein. Die höheren Charterraten müssen realisiert werden. Dann kann die im Jahr 2020 die Liquidität zur vorgegebenen Überprüfung des Schiffes bereitgestellt werden. Im anderen Fall muss das Schiff verkauft werden. Darüber wird im Jahr 2019 zu entscheiden sein.

Fazit

Schiffsbeteiligungen aus dem ersten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts können sich aufgrund der Marktsituation im Nachhinein nicht rechnen. Viele Reeder, deren Familien über Generationen von Schiffen gelebt haben, müssen aufgeben. Das Abweichen von Konventionen war selten der Hintergrund. Die Fortschreibung der Vergangenheit hat zu falschen Entscheidungen geführt. Schiffsbeteiligungen, für die Privatpersonen eingeworben wurden, konnten nicht erfolgreicher sein, als der Markt. Qualitative Unternehmensführungen wie bei dem besprochenen Schiff müssen nicht zum unternehmerisch guten Ergebnis führen.

A-18.02-1 – Schiffsbeteiligung – Schutz für Privatanleger

RedakteurM

Kommentar hinterlassen