Bürokratie für Vermögensverwalter zu Lasten der Anleger

In zwanzig Jahren haben sich administrative Auflagen für Vermögensverwalter extrem erhöht. Bürokratie gefährdet die Qualität der Dienstleiter für Mandanten und deren Ansprüche.

Vermögensverwalter stehen oft unter Angriff ihrer Kunden. Das unterscheidet sie wenig von Vermittlern, die Kapitalanlagen platzieren wollen. Mandanten empfinden den Umfang der Arbeit für die erlangte Dienstleistung auf Basis des Honorars meist als nicht angemessen. Wenige erkennen die für eine Beratung erforderliche Vorarbeit und die damit verbundene Verantwortung. Es sind die kleinen und strukturell unterschiedlich organisierten Unternehmen, die Auftraggebern Grundlagen für wirtschaftliche Erfolge schaffen. Für die Vermögensverwalter bleibt die Motivation auf Basis des Verständnisses für ihre Kunden.

Ärzte und andere Dienstleister nehmen Bewertungen von ihren Patienten bzw. Mandanten hin. Sie bringen Motivation ein, um diese zu verbessern. Das ist ein natürlicher Prozess, durch den Vermögensverwalter ausgezeichnet oder kritisiert werden können. Es ist eine natürliche Erwartung, dass diese im Sinne ihrer Mandanten zielführende Projekte vorantreiben. Anspruchsführung entsteht durch staatliche und von der Finanzaufsicht initiierte Programme, die mit MiFID I begonnen haben. Dieser Auflage haben sich Verwalter mit Expertenkonferenzen unterworfen. Gewünschte Unterlagen wurden zur Verfügung gestellt (VuV 2018).

Vermögensverwalter haben zu Lasten der Mandanten arbeitende Projektträger mit Musterklagen verfolgt. Über Jahre wurden Maßnahmen ergriffen, die im Sinne der Kunden bis zur Verfassungsbeschwerde reichten. In einem Fall erstreckten sich die Arbeiten über etwa zehn Jahre. Über die Verbände wurden Werte für die Mitglieder geschaffen und Themenfelder konzipiert. Externe könnten unterstellen, dass damit die Herausforderungen der Zukunft zweifelsfrei gestemmt werden. Die Digitalisierung erweitert die Weltwirtschaft für Auftragnehmer bei konsequenter Kundenorientierung. Politik, Aufsicht und Medien sind zu berücksichtigen.

Neue Ansprüche

Von Vermögensverwaltern wird heute mehr interne Administration unter Einbeziehung aller aktuellen und zukünftigen Programme von MiFID verlangt. Dazu gehören Schulungen zur Fortbildung und Compliance Managementsysteme. In Deutschland ist ein Marktanteil der unabhängigen Vermögensverwaltung von fünf Prozent anzusetzen. Bei den Verbänden besteht die Hoffnung, dass sich dieser Anteil stetig vergrößert. Die Gründe sind die aktuelle Zinssituation, die nicht überschaubare Entwicklung an den Börsen und die wachsende Inaktivität der Kreditinstitute. Dies führt dort zu Vertrauensverlusten. Die Bewahrung von Vermögenswerten muss bei sinkenden Börsenkursen oder niedrigen Zinssätzen Zielsetzung der Vermögensverwalter sein.

Es ist zu erkennen, dass Personenkreise der nicht auf den Anlagemarkt Heimischen ein Finanzwesen verstanden hat, das im engen Rahmen Beurteilungen zulässt. Highflyer können nur bei nicht qualifizierten Kunden positive Bewegungen erwecken. Hier seien die kryptischen Währungen genannt, von denen Bitcoin am auffälligsten ist. Dies schließt Qualität nicht ein.

Zukunft in der mitteleuropäischen Welt

Wenn die westliche Welt davon ausgeht, dass auf dem Finanzmarkt keine schwerwiegenden Änderungen zu erwarten sind und die Politik in geregelten Bahnen verlaufen wird, bedürfte es keiner Vermögensverwalter. Diese tragen Verantwortung dafür, dass sie Antworten auf Fragen in kritischen Zeiten haben, die kommen könnten. Aktienkultur und ökonomische Bildung müssen Vermögensverwalter nach vorn bringen, damit Anleger daran teilhaben können. Viele versuchen dies als neue Normalität zu bezeichnen.

Übergänge zwischen klassischem Vermögensverwalter und Fondsgesellschaft werden festgestellt. Es wird Kritik geführt, dass Kundengelder angenommen und nicht extern disponiert werden. Deshalb kann es zu Überregulierungen kommen. Vermögensverwalter werden Aufsichten und Auflagen unterworfen, die ihre angestammte und verpflichtende Arbeit ohne Erfordernis belasten. Die daraus entstehenden Nachteile haben die Mandanten hinzunehmen. Beim Einsatz von Computern und Künstlicher Intelligenz im Finanzbereich bleibt die Anforderung an die analoge Tätigkeit des Menschen, hier des Vermögensverwalters.

In der Folge kann es nur dann zufriedene Mandanten geben, wenn die Auftragnehmer optimal arbeiten können und Kontrollen nur im erforderlichen Umfang hinnehmen müssen. Jede neue Richtlinie sollte im Sinne der Kunden greifen. Vermögensverwalter können so optimale Ergebnisse erzielen. Wenn wie bei MiFID II bevorzugt in großem Umfang zu beschriftendes Papier erzeugt wird, ist dem Kunden nicht gedient. Sein Vermögen kann nicht erhalten oder vermehrt werden.

Zahlreiche EU-Verordnungen und -Richtlinien erschweren die Aufgaben der Vermögensverwalter in Ergänzung zu nationalen Gesetzen, die in englischer Sprache vorliegen. Der Umfang des für den Auftraggeber einzusetzenden Zeitaufwands wird mit Stetigkeit vermindert. Auf diese Weise entstehen keine besseren Ergebnisse. Wenn Vermögensverwalter nicht den Sinn einer Regulierung kennen und verstehen, wird der Auftraggeber zum Leidtragenden.

Die Finanzaufsicht hat die Ansicht geäußert, dass die Lektüre der MiFID II – Regulierungen den Zeitaufwand eines ganzen Lebens verlangen würde. So stellt sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit und der beim Vermögensverwalter umsetzbaren Kompetenz. Viele Rechtsfragen müssen offenbleiben. Unter den Korrekturen leiden meist die Auftraggeber. Vermögensverwalter dürfen im Jahr 2018 dafür Sorge tragen, dass sie den richtigen Teil der Anforderungen umsetzen. Dabei erhält die Feststellung ein besonderes Augenmerk, da etwa 20% der Verwalter älter als 60 Jahre sind. Selbständige Arbeit ist bei jungen Akademikern nicht gefragt.

Fazit

Gern gehen diese in den Dienstleistungsbereich eines Kreditinstituts, in dem sie nicht beraten, sondern Produkte verkaufen. Der Unterschied wird den meisten von ihnen nicht klar. Es gibt eine Tendenz, nach der jüngere Personen mit innovativen Geschäftsmodellen die Selbständigkeit beginnen. Dabei handelt es sich um eine Minderheit, die viele Kapazitäten im Beratungsbereich nicht abdecken kann. Erweiterte Regulatorik kann diesen Personenkreis nicht vergrößern. Umwelt, Soziales und Unternehmensführung umfassen die Aufgaben der Zukunft als Gesamtbegriff.

Die Mehrheit der Anleger fordert diesen intellektuell nicht ab.

 

A-18.02-7

Vermögensverwalter

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