Hartrampf Grundinvest GmbH-da sollte man sich eine Partnerschaft überlegen bzw. gut Absichern

Werbung macht das Unternehmen in der aktuellen Welt am Sonntag. Die Hartrampf Grundbesitz GmbH sucht Immobilienvertriebe.

Nun gut, Immobilien sind derzeit begehrt und laufen eigentlich „wie geschnitten Brot“. Trotzdem, wenn wir uns das Unternehmen Hartrampf Grundbesitz GmbH einmal genauer anschauen, dann kommen uns da bezüglich einer Zusammenarbeit doch Bedenken.

Die letzte, somit aktuelle im Unternehmensregister hinterlegte Bilanz des Unternehmens, weist  einen nicht gedeckten Fehlbetrag von über 330.000 Euro aus. Mit einem wirtschaftlich gesunden Unternehmen hat das für uns dann eher wenig zu tun.

Das Unternehmen sucht laut einer Anzeige in der aktuellen Welt am Sonntag Vertriebe für Immobilien im Südraum Leipzig und Chemnitz. Angeboten werden hier qm Preise von unter 1.500 Euro und wie immer natürlich 100% Finanzierung problemlos.

Also mal ehrlich, was müssen das für Immobilien an welchen Standorten bei diesen Preisen je m² sein? Die Frage muss man sich dann als Kaufinteressent einer solchen Wohnung aber auch als Vermittler einer solchen Wohnung einmal stellen.

Wir kennen doch die Wertsteigerungen, die Immobilien in den letzten Jahren erfahren haben, da sei dann die Frage erlaubt: „Sind das vielleicht die dann irgendwann als Problemimmobilien bezeichneten Angebote?“

Sie verzeihen uns diesen Hinweis, denn wir kennen ihre Immobilienangebote nicht im Detail, aber da wir aus dem Immobiliengeschäft kommen und viele Anbieter in diesem Marktsegment kennen, kennen wir auch die Margen, die dort vorhanden sind.

Gehen wir einmal von 10% Provision aus für den Vertrieb und 15% für den Bauträger, was auch heute in diesem Geschäft noch üblich ist, und dass man sicherlich ja auch noch um die 10% Einstandskosten für die Immobilien gehabt haben muss (Grunderwerbssteuer/Notar/Makler), dann kommen wir auf einen Einstandspreis von um die 1000 Euro je m².

In der heutigen Zeit wäre das sicherlich als Schnäppchen dann zu bezeichnen, wenn es sich um einen guten und nachhaltigen Immobilienstandort handelt.

Gerade Immobilien außerhalb der Ballungsgebiete sind aber aus unserer Einschätzung heraus dann doch mit Vorsicht zu genießen, denn die Tendenz ist immer noch „weg vom Land, rein in die Stadt“.

In den Städten selber wird aber das Angebot an Wohnungen auch ständig erhöht. Für einen Erwerber ist also das Risiko dann sicherlich ein schwer einschätzbares Risiko.

Sollten Sie als Vertrieb mit dem Unternehmen eine Geschäftsbeziehung eingehen, dann würde ich mir die zustehende Vermittlungsprovision immer im Kaufvertrag abtreten lassen. Das heißt, der Notar wird angewiesen, ihre Provision direkt nach Eingang des Kaufpreises für die vermittelte Wohnung an sie auszubezahlen.

Sicher ist sicher, bei dieser Bilanz!

Bedenken Sie bitte auch, dass Sie als Vermittler auch bei Immobilien in der sogenannten Beraterhaftung stehen, deshalb machen Sie unbedingt eine Plausibilitätsprüfung zu der von Ihnen zu vermittelnden Immobilie. Schauen Sie sich die Immobilie und den Standort genau an.Das sollte in ihrem eigenen Interesse sein.

Übrigens, Herr Hartrampf hat noch eine zweite Immobilienfirma mit der am Markt auftritt. Auch diese Bilanz ist dann „eher grenzwertig“ aus wirtschaftlicher Sicht.

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