Graue Strukturen der gehobenen Finanzszene

Eine Minderheit deutscher Anleger ist Aktionären und Investoren über die Börse zuzurechnen. Bisher vertrauten sie den Angeboten der Hausbank oder der bekannten Finanzszene.

Die Finanzkrise liegt zehn Jahre zurück. Damals war die Volkswirtschaft nicht überzeugend aufgestellt. Es kam in der Finanzszene zu Zusammenbrüchen von Kursen bedeutender Unternehmen. Kriminalfälle wurden aufgedeckt. Nach dem Wechsel des Jahrzehnts oder Hoffnung auf die Erfolge der Agenda 2010 ging die deutsche Welt zur Tagesordnung über. Das Fernsehen in den Abendstunden brachte Geschichten, die das Leben schrieb – oder geschrieben haben sollte. Bemerkenswert ist, dass die meisten Finanzwerte die negativen Betrachtungen verließen. Für die Mehrheit der Bürger waren Betrachtungen darüber sekundär. Erfahrungen der Finanzszene sprechen vom siebenjährigen Wechsel des Aufs und Ab. Nun sind zehn Jahre vorbei.

Grundlagen des Vertrauensverlustes in Großbanken

Der Aufsichtsrat der Deutschen Bank muss dringend Überlegungen zur Strategie des Hauses anstellen. Es ist niemandem zu vermitteln, dass die Bank in der Finanzszene hohe Boni zahlt, aber im Investmentbanking nicht in Fahrt kommt. Nach dem Kurssturz der Deutschen- Bank-Aktie im Frühjahr 2018 brach am Folgetag der Kurs der Commerzbank-Aktie um mehr als 7 Prozent ein. Beide Aktien notierten so schwach wie ein halbes Jahr zuvor. Die Commerzbank ist trotz dieser Reaktionen der Börse von ihrer Strategie überzeugt, das Filialnetz in der Fläche nicht zu stark auszudünnen. Die Zukunft des Banking ist nicht allein digital (Nierhaus). Natürlich setze die Commerzbank auf neue Angebote im Netz und auf mobile Endgeräte; zudem arbeitet das Haus auf einem „Digital Campus“ an neuen digitalen Prozessen. Das dürfte kein Grund für abrupte Kursrückgänge sein. Aktuelle Bewegungen, wie den von Mr. Trump verkündeten Handelskampf gegen China, betreffen in der Finanzszene neutral die meisten Aktien.

Andere europäische Großbanken (ING Groep und Société Générale als Beispiel) verloren mehr als erwartet. Alle würden von einer sich abschwächenden Konjunktur getroffen. Das Jahr 2018 zeigt noch keine Konjunkturrückgänge. Wie an Börsen der Finanzszene üblich, konnten sich die Kurse der Finanzinstitute, unabhängig von gemeinsamen Bewegungen der Märkte, leicht erholen.

Finanzkreise rätselten über die Gründe für die kräftigen Kursrückgänge bei den bedeutenden Banken. Als Auslöser galten Herabstufungen der Aktien durch Analysehäuser. Selbstgesteckte Ziele sind schwer zu erreichen, wenn die verbliebenen Kredite an Schifffahrtsgesellschaften in der Finanzszene abgestoßen oder Wertberichtigungen vorgenommen werden. Die Ergebnisse des ersten Quartals 2018 werden durch Aktionen der USA beeinflusst. Die Anleger hatten keine wirtschaftspolitischen Interventionen erwartet. Der Start in das Jahr war euphorisch. Der Rest entspricht einem „Weiter-so“ beim Blick auf die vergangenen Jahre (Sergio Ermotti, UBS).

Wandel an der Börse ohne direkte wirtschaftliche Abhängigkeit

Hier setzen Fehlbeurteilungen ein – meist von Brancheninsidern der Finanzszene! Diese überschätzten ihre Kompetenzen in den Finanzinstituten zu Lasten der Anleger bei Beratungen. Wenn erfahrene Börsenhändler betrachtet werden, könnte sich die Meinung breitmachen, dass „irgendetwas in der Luft liegt“. Mr. Trump ist für wirtschaftlichen Klimawechsel immer wieder geeignet, wenn es nicht die Wetterverhältnisse betrifft. Trotz dieser Betrachtung der großen Welt ist die Minderheit der deutschen Anleger betroffen. Wenn schon Aktien, dann die der Großbanken in der Finanzszene! Diese sind doch immer solide? Nun ist es plötzlich anders.

Anleger versuchen ihre Kenntnisse zu den Farben der Finanzszene aufzufrischen: weiß, grau, schwarz! Zur ersten Gruppe zählen sie Versicherungsgesellschaften, Sparkassen, Banken. Zu anderen Großunternehmen des DAX fehlen bei den meisten die Kenntnisse. Dort wollen sie in der Finanzszene nicht anlegen. Schwarz sind die Kriminellen, denen die aktuellen Cyber-Attacken zugerechnet werden. Dort werden Besserwisser tätig, wenn sie von möglichen hohen Gewinnen bei Bitcoin hören. Diese zählen zu den Kryptowährungen und bedingen Schutz der Privatsphäre. Die Abwesenheit staatlicher Kontrollen und Regulierungen machen Elemente aus der Cyberwelt zu attraktiven Spekulationsobjekten. Das schöpft das Potenzial der neuen Technologien nicht aus. Für Weiterungen bedarf es staatlicher Eingriffe.

Grau liegt dazwischen und definiert im Zweifel das Verdächtige beim Anzug des Bankberaters, der die erhofften Gewinne am Tresen nicht ermöglichen konnte. Aus Werbung und Zeitung werden Angebote verfolgt, die doch „sicher“ gut genug sind. Diese sollten in der Finanzszene höhere Erträge erzeugen als es die Hausbank bisher ermöglicht hat. Das Erwachen kommt später.

Fazit

Oft sind sich die Anleger den Bedeutungen der Finanzszene nicht bewusst, wenn sie am grauen Kapitalmarkt investieren. In dieser Grauzone sind die Risiken höher. Institute aus dem weißen Bereich fallen darunter. In diese Grauzone gehören die Angebote an Beteiligungen von Großbanken, bei denen Vorgaben der Zukunft ignoriert werden. Sie entsprechen dem unternehmerischen Risiko, das zum Totalverlust des in der Finanzszene eingesetzten Kapitals führen kann. Von Bankinstituten betreute Anleger können extern in Anspruch genommen werden. Als Direktinvestoren in Container oder für vergleichbare Investitionen können Haftungsrisiken hinzukommen. Die anschließende Privatinsolvenz ist nicht ausgeschlossen. Regelmäßig stellt sich nach Ausfällen am grauen Kapitalmarkt die Frage, ob die Vermittler, darunter auch konventionell denkende Banken, Anleger getäuscht haben. Versuche der Inanspruchnahme gehen bei privaten Vermittlern meist ins Leere. In der Finanzszene münden sie in jahrelange Prozesse mit Banken und vergleichbaren Instituten.

A-18.03-6 RedakteurM

Finanzszene

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