Neckermann Strom und der neue Eigentümer Ralph Piller

Ralph Piller kannten wir nur aus dem „Fernsehbusiness“ und vor allem von einem Unternehmen namens Camp TV. Zusätzlich war uns in der Redaktion natürlich bekannt, dass Andreas Brandl und Ralph Piller sich „gut kennen“. Bereits in den 1990er Jahren hatten beide, Ralph Piller und Andreas Brandl, geschäftliche Berührungspunkte. Immobilien anbieten via Fernsehen, damals war Internet noch  nicht wirklich eine Alternative,  und Ralph Piller und Andraes Brandl waren damals sehr erfolgreich.

Damals ging es um den Verkauf von Immobilien in den neuen Bundesländern als „Steuersparmodell“. Sonderabschreibung Ost hieß das Zauberwort damals. Auch wir erinnern uns noch daran. Beide waren auf dem Gebiet nach unseren Erkenntnissen sehr erfolgreich. Prima, denn heute haben die, die damals solche Immobilien erworben haben, sicherlich einen guten Schnitt gemacht, obwohl auch viele Käufer von Ost-Immobilien eine schmerzliche Erfahrung machen mussten. Ralph Piller und Andraes Bandl hatten aber von Beginn nur den Standort Leipzig im Auge. Gute Wahl, weiß man heute.

Mit dem Beginn des „Neuen Marktes“ und Ende der Sonderabschreibung Ost war dann auch der Markt für Immobilien im Osten nicht mehr so groß. Werbung damit im Fernsehen hat sich natürlich auch nicht mehr gelohnt. Die Wege einer geschäftlichen Zusammenarbeit zwischen Ralph Piller und Andreas Brandl trennten sich dann wohl auch.

Andreas Brandl investierte irgendwann in das Thema Photovoltaik eigenes Geld und sammelte Geld ein von Kleinanlegern, die in der Hoffnung, für ihre Altersvorsorge etwas zu tun, manchmal auch den letzten Cent investierten.

Andreas Brandl wiederum hat sehr eng mit Reiner Hamberger zusammengearbeitet, der heute auf seinen Prozess wegen Verdacht des Kapitalanlagebetruges wartet. Vorausgegangen war dieser Entwicklung das Thema „Geldeinsammeln“ mit diversen Unternehmen, um in Photovoltaikanlagen in Italien und Kroatien zu investieren. Beide Länder eigneten sich damals auf Grund der hohen Sonnenstunden pro Jahr und der damals hohen Förderung von Sonnenstrom hervorragend für das Thema Photovoltaik.

Irgendwann wurde dann von heute auf morgen die Förderung drastisch gekappt, natürlich auch mit Auswirkungen auf die Unternehmen von Reiner Hamberger und die Anleger. Das Investment war nun zum Scheitern verdammt.

Geld von Anlegern hatte auch Andraes Brandl, um seine Projekte zu finanzieren. Auch er bekam dann irgendwann Probleme, die zugesagten Ausschüttungen an die Anleger zurück zu bezahlen.

Gemeinsam hatten Reiner Hamberger und Andreas Brandl dann die Idee, sich einen guten Markennamen zu kaufen. Dazu führte man Gespräche mit Marlene Neckermann, um zukünftig den Namen Neckermann nutzen zu können. Da wurde man sich unserer Kenntnis nach auch einig. Neckermann war mit dem Thema Neue Energien am Markt und das auch mit großem Erfolg.

Im Umfeld ist dann auch wohl das Unternehmen Neckermann Strom entstanden. Nach Aussagen von Andraes Brandl hatte man dem Unternehmen wohl eine Anschubfinanzierung zur Verfügung gestellt, auch um einen Vertrieb aufzubauen. Noch heute findet man Internetseiten mit dem Hinweis auf Neckermann Strom.

Natürlich war auch der Name Neckermann Strom irgendwann in Mitleidenschaft gezogen worden, als immer mehr Artikel zum Thema Neckermann und „notleidende Kapitalanlagen“ im Internet aufkamen. Viele Kunden verließen dann auch das Unternehmen.

Mitbekommen hatte das irgendwann Ralph Piller und sich für das Unternehmen interessiert. Kurz und gut, er schaffte es, das Unternehmen zu seinem zu machen und widmet sich nun dem Wiederaufbau des Unternehmens, das natürlich noch immer mit einem Imageschaden leben muss.

Ralph Piller ist sicherlich für das Unternehmen Neckermann Strom eine gute Lösung, auch wenn er sich das spezielle know how dieser Branche erst einmal aneignen musste. 2018 soll nun das Jahr sein, in dem das Unternehmen Neckermann Strom neu durchstarten will.

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