Mischfonds zum Vermögensaufbau

Anleger suchen über Mischfonds ihre Neuorientierung zu Wertpapieren wie Aktien. Die aktuellen Zinssätze zeigen Schwächen dieser Anlageform – bei höherem Risiko.

Das höhere Risiko wurde zuletzt durch Aktien belohnt, mit Vorteilen gegenüber Anleihen. Ein Portfolio soll möglichst breit aufgestellt werden. Wir haben gelernt, dass zu viel Mischung zu Verlusten führt. Wenn jemand seine Arbeit eifrig und korrekt erledigt, hat er richtig gehandelt, aber er hat nicht zwingend das Richtige getan. Die Kapitalanlage ist nach den gleichen Vorgaben zu sehen. Es genügt nicht, richtig im Sinne von fleißig zu handeln. Das Richtige versteht sich im Sinne von nützlich und zielführend (vgl. Walz, H.; FAZ: 2017-08-20) .

Im Niedrigzinsumfeld werden Investmentfonds, Mischfonds und Multi-Asset-Fonds hervorgehoben, die Privatanlegern in einem „Anlagevehikel“ die Diversifikation von Anlageklassen ermöglichen. Die Plausibilität hebt hervor, dass Anleger in einem Komplex den Mix über verschiedene Anlageklassen bekommen. Solche Mischprodukte wurden und werden als aktiv gemanagte Fonds angeboten. Oft kommen passive Fonds, ETFs, hinzu.

Optimierung des Gesamtvermögens durch Beimischung von Mischfonds?

Wer für sich privat analysiert, denkt über den Sinn von Misch- oder Multi-Asset-Fonds nach. Stellen diese eine Optimierung auf unterster Ebene dar? Ist es von Nutzen, dass Diversifizierung in Anlageklassen erfolgt? Sinnvoll ist diese Gestaltung für Fondsgesellschaften, denen so in der Regel höhere Gebühren zufließen. Das kann sich mit Abstand als Nachteil erweisen. Auf der nächsthöheren Ebene des Anlageportfolios oder Depots der Anleger können sich neben Aktien und Anleihen sowie aktiven oder passiven Aktien- oder Rentenfonds auch Misch- oder Multi-Asset-Fonds mit Aktien und Anleihen befinden. Weitere Anlageklassen wie Rohstoffe und Währungen sind in unterschiedlichen Anteilen als Einbezug möglich (vgl. Juretzek, R; FAZ: 2018-04-21).

Für Durchschnittsanleger soll die Vermögensplanung die Ziele einer richtigen Gestaltungsebene darstellen. Die Verwendung von Mischprodukten machen es Anlegern nicht leichter ein qualifiziertes Portfolio auf Depotebene aufzubauen. Aktien- und Rentenanteile müssten aus dem Mischfonds herausgerechnet werden. Die Diversifikation innerhalb der Anlageklasse von Aktien aus verschiedenen Branchen oder Regionen ist erforderlich. Dazu ist diese, bezogen auf das Gesamtportfolio, zu identifizieren. Es ist realistisch, wenn ein Durchschnittsanleger versucht seine Anlageprogramme in dieser Form zu optimieren. Auf der Ebene des Einzelproduktes wirkt das effizient. Für das gesamte Portfolio oder Depots ist es hinderlich und unkomfortabel. Die Übersicht fehlt in mittelfristiger Sicht.

Investitionsplanung in der Rückbetrachtung

Ratschlägen von Anlageberatern führten zu Termingelder wie Sparanlagen in Aktien- oder Aktienfondsanlagen. So konnten Gewinne realisiert werden. Die Anlagestrategie die Hälfte in Aktien und die andere Hälfte in Anleihen zu investieren, konnte kein Fehler sein – über drei Jahrzehnte. Mit dem Mix von Aktien und Anleihen gelang es das Risiko eines Wertpapierdepots zu steuern.

Es verführt die Weiterführung zu Misch- oder Multi-Asset-Fonds. Es wäre zu unterstellen, dass diese Optimierung der bequemen, risikostreuenden Einzelanlagen dem Aufbau eines risikoeffizienten Gesamtportfolios entgegensteht. Sie eignen sich nur für Sparer, die dieses Mischprodukt besitzen. Wenn die Kosten stimmen, kann es die ideale Lösung für junge Menschen sein, die am Anfang ihres Vermögensaufbaus stehen und monatlich in einen solchen aktiven oder passiven Misch- oder Multi-Asset-Fonds investieren (vgl. Walz ebda.).

Wenn die Aktienmärkte eine Korrektur vornehmen, kann mit Anleihen Geld verdient werden. Sinkende Zinsen bescheren den Anleihen Kursgewinne. Routinierte Anleger konnten sich aus den Aktienmärkten zurückziehen, um temporär in Anleihen umzuschichten. Die erhöhte Nachfrage führt zu Kursgewinnen. Während der Finanzkrise verlor der Dax fast 55% seines Wertes. Deutsche Bundesanleihen haben während des gleichen Zeitraums in der Spitze etwa 16% zugelegt. Mit einem Depot von 70% Anleihen und 30% Aktien gingen in der Spitze nur 5% des Depotwertes verloren (vgl. Juretzek, R; FAZ: 2018-04-21).

Heute drohen Anlegern bei steigenden Zinsen Kursverluste, denen geringe Zinseinnahmen gegenüberstehen. Bei gleichbleibend niedrigen Zinsen wäre für konservative Anleger bei einer Baisse wie bei der Finanzkrise der Verlust dreimal so hoch. Die Antwort soll die Investition in Multi-Asset- und Alternative-Fonds sein. Diese investieren wie klassische Mischfonds in Aktien und Renten, aber auch in Immobilien und andere Sachanlagen wie Infrastruktur, Energieprojekte sowie Private Equity (Beteiligungskapital).

Lücken bei Anlagekonzepten mit Mischfonds

Bei individueller Betrachtung zeigt die Korrelation, wie weit einzelne Fonds in den Marktphasen gleichlaufende oder eben gegenläufige Entwicklungen zeigen, wobei diese Gegenläufigkeit vom Fondsmanager angestrebt wird. Dabei muss zwischen Theorie und Praxis  unterschieden werden. Anleger, die Vermögensgegenstände wie Immobilien, Edelmetalle oder Depots sowie Leistungsansprüche aus Lebens- oder Rentenversicherungen besitzen, planen mit anderen Perspektiven. Wenn ein Depot optimiert werden soll, betrifft das nicht das Gesamtvermögens.  zeigt den Wert alternativer Investmentkonzepte für das Anlegerportfolio. Strategien, in denen Aktien und Anleihen zusammengefasst werden, sollen ihr Potential in Abwärtsbewegungen von Märkten entfalten. Damit stehen sie im störenden „Beimix“ zu einfachen Konzepten, die auf diese Weise verwässert werden. Zusatzerträge werden so nur scheinbar generiert. Durch die Beimischung von Mischfonds kann keine gute Bilanz entstehen (vgl. Walz ebda.).

Fazit 

„Einfachstrategien“ bei gleichlaufenden Aktien- und Rentenmärkten funktionieren mit deren „Optimierung“ durch Mischfonds nicht wie gewünscht. Diese Strategie ist für Privatanleger keine verständliche Dachfondskonstruktion. Sie orientiert sich an der Vermeidung hoher Verluste in Marktphasen. Das wird von der überwiegenden Zahl der Anleger gewünscht. Ratings oder „Hitlisten“ der besten Fonds sollten nicht das Gesamtportfolio bestimmen. Mischfonds machen keinen Sinn, wenn sie miteinander kombiniert werden, um unter Risikoaspekten einzelne Aktien- und Anleihepositionen zu „verwässern“. Der maximal mögliche Verlust („Maximum Drawdown“) wird dadurch nicht vermindert.

 

A-18.04-7             2018-04-20

Mischfonds

 

 

 

Kommentar hinterlassen