Graue Beteiligungsauflösung des HCI Private Equity III

Jahre nach der geplanten Auflösung des HCI Private Equity III werden die Reste verteilt. Anleger hatten 15 Jahre auf gute Ergebnisse gehofft, und werden 22-24% Ertrag erhalten.

Mit 96% des Anlegerkapitals hat sich der Dachfonds an neun Private Equity- und fünf Venture Capital-Zielfonds beteiligt. Die mittelbaren Beteiligungen an insgesamt 407 Portfoliounternehmen zeigten eine breite Streuung über verschiedene Regionen, Branchen und Investitionsstrategien auf. Die 14 Zielfondsbeteiligungen hatten von der HCI Private Equity III Kapital in Höhe von insgesamt 15,0 Mio. EUR vertraglich zugesagt bekommen. Davon wurden 85 % auf Private Equity-Fonds und knapp 15 % auf Venture Capital-Fonds verteilt. Das ist in den Jahren 2004-2007 erfolgt. Das bereitgestellte Kapital wurde während der Fondslaufzeit überwiegend investiert.

Zielsetzung

Das Finanzanlagevermögen umfasste während der Laufzeit Beteiligungen an Zielfonds. Das Beteiligungskapital wurde zuzüglich Anschaffungsnebenkosten und abzüglich erfolgter Kapitalrückzahlungen aktiviert. Zu den Bilanzstichtagen erfolgten im laufenden Jahrzehnt außerplanmäßige Abschreibungen auf die niedrigeren beizulegenden Werte einiger Zielfondsbeteiligungen, da voraussichtlich dauerhafte Wertminderungen vorliegen. Alle Forderungen hatten eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.

Die von der HCI Hanseatische Beteiligungstreuhand GmbH vertretenen Treugeberkommanditisten sowie die Gründungsgesellschafter sind seit Beginn der Gesellschaft mit Hafteinlagen in voller Höhe ihrer gezeichneten Kommanditeinlagen im Handelsregister eingetragen. Hafteinlagen bewegten sich bei EUR 9 Mio. Aufgrund von Kapitalausschüttungen und anrechenbaren Steuern ist die Haftung zu den Bilanzstichtagen in Höhe von ca. 60% wieder aufgelebt. Verbindlichkeiten wurden mit einer Restlaufzeit von unter einem Jahr geführt.

Finanzvorgaben

Der Anteilsbesitz war im Sinne des Geschäftsmodells herauszustellen. Die Gesellschaft hielt Anteile in Höhe von 22 % an der HCI Private Equity Blocker 1 GmbH, München. 2015 weist diese ein Eigenkapital in Höhe von EUR 1.236.986,02 sowie einen Jahresüberschuss in Höhe von EUR 188.775,46 aus. Über die HCI Private Equity Blocker 1 GmbH investiert die Gesellschaft mittelbar in den Zielfonds Landmark Equity Partners XII, L.P., USA. Die Private Equity- und Venture Capital-Fonds haben das gesamte Portfolio realisiert und Rückflüsse von fast 23 Mio. EUR bzw. 157 %, bezogen auf die Anschaffungskosten an den Dachfonds weitergeleitet. Enthalten sind die Rückflüsse aus der Sekundärmarkttransaktion im zweiten Halbjahr. Daran können die Anleger erkennen, dass nicht alles erwirtschaftetes Kapital bei ihnen angekommen ist. Vertraglich ist das sicher in Ordnung – aber:

Kann es eine lukrative Investition gewesen sein, wenn über mehr als 15 Jahre insgesamt 25% Ertrag erwirtschaftet wurden? Dafür hat niemand am Anfang dieses Jahrtausends in eine zum Teil risikobehaftete Kapitalanlage investiert. Das Risiko hätte auch der Totalverlust sein können. Aber was zu erkennen ist, sind die Erträge der Initiatoren. Die Ausschüttungen des HCI Private Equity III über 11 % der Zeichnungssumme Ende 2017 und voraussichtlich 5 – 7 % in 2018 können die Anleger nicht erheitern. Ein Sparbuch hätte auch bei aktuellem Niedrigzins mit besserem Gesamtertrag aufgewartet. Unter Berücksichtigung des Zinseszinses ist eine Effektivrendite von ca. 1% p. a. zu verzeichnen.

Berichte der Geschäftsführung

Mit dem letzten Bericht der Geschäftsführung der Kapitalanlage wurde bis Ende 2017 ca. 117 % des Zeichnungskapitals an die Anleger ausgekehrt – dies als Gegenkontrolle der o. b. Berechnung. Nach der letzten Ausschüttung in 2018 wird der Fonds aufgelöst. Dieses weniger als mittelmäßige Ergebnis lässt dennoch keine Armut der Initiatoren erwarten – s. o. b. Darstellungen! Immerhin sind die zu erwartenden Misserfolge seit fünf Jahren zu erkennen gewesen. Damit passt sich dieser Dachfonds in die Palette vergleichbarer Kapitalanlagen ein. Schon vor Jahren war die Beurteilung der Fachpresse eindeutig: Kein gutes Geschäft für die Kommanditisten.

Der Gesellschaftsvertrag sah vor, dass der HCI Private Equity III bis zum 31. Dezember 2013 vollständig abzuwickeln sei. Es werden nun zahlreiche, vermeintlich hilfreiche Erklärungen gesucht, warum der Zeitplan nicht eingehalten werden konnte. Geplante Investitionen des vorangegangenen Jahrzehnts sind verschoben worden. Veräußerungen durch die Zielfonds analog dazu! Dies hat sich negativ auf die Entwicklung der Zielfonds ausgewirkt.

Effektive Ergebnisse

Das Fondsmanagement beeilt sich festzustellen, dass es unternehmerisch richtig war die Abwicklung um einige Jahre – d. h. viermal bis Ende 2017 – zu verschieben. Gemäß § 9 des Gesellschaftsvertrags war dies möglich. Seit dem 01. Januar 2018 befindet sich der Fonds in der geordneten Liquidation. Die geschäftsführenden Kommanditisten haben vor einigen Jahren beschlossen, die ihnen gemäß § 16 des Gesellschaftsvertrags zustehenden jährlichen Vorabgewinne auf freiwilliger Basis zu vermindern. Sonst hätte es werblich unwirksam für die Anleger keine Schlussausschüttungen in 2018 gegeben. Diese müssen auch noch fließen und sind in ihrer Höhe noch nicht fixiert. Diese freiwillige Reduzierung der jährlichen Gebühren sollte dazu führen, dass von der Verlängerung der Fondslaufzeit primär die Anleger profitieren.

Der HCI Private Equity III veräußerte zum Ende des dritten Quartals 2017 das Restportfolio über den Sekundärmarkt an einen institutionellen Investor. Die meisten Beteiligungen wurden in 2017 übertragen, die daraus resultierenden Kaufpreise realisiert. Eine Zielfondsbeteiligung konnte erst im zweiten Quartal 2018 übertragen werden. Die Investoren haben bis zum Jahreswechsel Ende 2017 Auszahlungen von 17,2 Mio. EUR erhalten. Vorzugszinsen der ersten Ausschüttungen und für die Anleger geleistete Steuern mit Kapitalertragsteuer und Solidaritätszuschlag wurden berücksichtigt.

Der Dachfonds fasst Zahlungen von und an Dritte durch den Fonds zusammen. Zinserträge resultierten aus Festgeldanlagen, in denen das von den Anlegern bereits eingezahlte und noch nicht abgerufene Kapital angelegt worden ist. Ausgewiesene Kosten wurden für rechtliche und steuerliche Beratungen ausgewiesen. Barmittel und Forderungen wurden als Summe aller Zahlungsvorgänge ausgewiesen.

Fazit

Die gezeichneten „Private Equity-Fonds“ haben nach Lesart der Initiatoren in 2018 eine durchschnittliche Kapitalvervielfachung des 1,7-fachen erzielt. Sie sollen sich besser entwickelt haben als die gezeichneten Venture Capital-Fonds. Für diese werden das 1,5 bis 1,6-fache ausgewiesen. Dabei wird auf mathematische Hilfsmittel zurückgegriffen und gleichzeitig die Zinseszins-Rechnung außer Acht gelassen. Bei korrekter Bewertung hätte sich gezeigt, dass die Initiatoren nur bedingt unter den geringeren Renditen „gelitten“ haben. Die Effektivrenditen der Anleger sind weit von der Darstellung guter Renditen entfernt. Die Gründe sind bei einer Gesamtbetrachtung irrelevant. Es gab und gibt bessere Kapitalanlagen mit weniger zu befürchtenden Risiken.

2018-06-15

 

A-18.06-5

HCI Private Equity III

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