Graue Klima- und Umweltziele ohne Kompetenz

Die Bundesregierung ist über das Klimaziel für Autos mit allen Antrieben zerstritten. Der Zwist der Umweltziele mit dem Verkehrsministerium verlangt Fachkenntnis.

Bürger dieses Landes werden von einem Argument zum anderen gezerrt. „Viel los auf dem Berliner Kaiserdamm“: Deutschland kommt bei Senkung von CO2-Emissionen nur langsam voran. Lauthals glüht das in den Ohren der Autofahrer. Fahrzeuge mit Dieselantrieb gefährden die Umwelt. Fahrzeuge ohne Dieselantrieb beschleunigen den Klimawandel. Ganz sicher ist, dass die heute bevorzugten SUVs mit Verbrennungsmotoren ein Vielfaches der Schadstoffe zu Lasten des Klimas erzeugen. Wenn bei diesen Überlegungen Elektrofahrzeuge hinzugezogen werden, ist die vor Betriebsbeginn stehende Klimaschädigung größer als auf den ersten 200.000 Kilometern eines konventionellen Fahrzeugs. Interessengruppen wollen ihre Ziele durchsetzen. Daran wollen sie am meisten verdienen oder „pseudoethisch“ die größten Einflüsse bei „wütenden“ Interessengruppen für qualitativ nicht definierte Umweltziele gewinnen – ein ganz normaler grauer Markt!

Grenzwerte und Umweltziele

Die Bundesregierung streitet sich über die geplanten schärferen CO2-Grenzwerte für Autos. Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) hat sich vor dem Treffen der EU-Verkehrsminister in Luxemburg für strikte Grenzwerte für Autos und leichte Nutzfahrzeuge ausgesprochen. Es stellt sich die Frage, welche Grenzwerte für wen gelten sollen. „Das große Sorgenkind im Klimaschutz ist der Verkehrssektor, hier muss dringend mehr passieren“ (Schulze, S., Umweltministerin). Deutschland hätte mit der EU verbindliche Klimaschutzziele für 2030 vereinbart. Wir würden Chancen verpassen, wenn von der Autoindustrie nicht das technisch Mögliche verlangt wird (vgl. Schulze ebda.).

Vorher hatte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) im Gespräch mit der Presse vor zu ehrgeizigen Zielen gewarnt. „Wir brauchen keine willkürlichen politisch-ideologischen Grenzwerte, sondern realistische, technisch machbare Grenzwerte. Wir brauchen nicht nur saubere Luft in den Städten und Innovationen für die Zukunft, sondern auch Arbeitsplätze und Wohlstand in Europa.“ Die „Vernichtung einer europäischen Leitindustrie“ will er wegen der Umweltziele nicht unterstützen (vgl. Scheuer, A.; Verkehrsminister). Es soll wichtig sein, dass mit der Elektromobilität die Zukunft des Automobilstandorts gesichert wird.

Im Anschluss spricht die naturwissenschaftlich nicht belastete Regierungsgruppe: Eine Aufholjagd soll angestoßen werden, um klimaverträgliche Technologien zu entwickeln und zu realisieren. Im Jahr 1900 hat Max Planck die Quantentechnologie erfunden und dargestellt. Wo stehen wir heute mit an die zehn Nobelpreisträgern zum Thema? Ein Verharren in der Vergangenheit hilft sicher nicht. Die Automobilindustrie zählt für die Umweltziele auf die Innovationskraft und den Willen, um an Antrieben zu verdienen. Die Investitionen in die Produktionstechnik der letzten Jahrzehnte müssten schneller abgeschrieben werden. Das kann kein Vorstand vor Aktionären begründen. Hinzu kommt, dass der Elektroantrieb in Kraftfahrzeugen weniger Techniken und weniger Arbeitskräfte erfordert – prima? Leser mögen das Gewerkschaften mit dem Hinweis auf Umweltziele erklären.

Vergleichbare Techniken zum Erreichen der Umweltziele

Nach „landläufiger“ Meinung der Umweltministerin bei der Elektromobilität fördert China seine Umweltziele. Die heutige Elektrotechnik für täglich erforderliche Autos soll die „bösen“ Verbrennungsmotoren ersetzen. Juristen und Betriebswirte verweisen auf Technologen, die nun zu erfinden und zu entwickeln haben – möglichst billig ohne Belastung der Nutzer und den Arbeitsmarkt! Das erinnert an die Oper „Der Freischütz“: „Triumph, Triumph, Triumph, die Rache, die Rache gelingt.“ Die mehrfache Wiederholung der letzten drei Worte zeigt psychologisch die Unsicherheit des „Triumphators“, der sich nicht sicher ist und später scheitert.

Die Umsetzung von Elektroenergie in der aktuellen Vorstellungswelt nicht technisch Belasteter für Umweltziele muss scheitern. Fahrzeuge mit Elektroantrieben benötigen die Speicherung der Energie. Sollten 25% ein Fahrzeug mit elektrischem Antrieb einsetzen, bräche das Energiesystem Deutschlands und in der Folge Europas zusammen. Fahrzeuge mit diesem Elektroantrieb werden an der Realität scheitern. Das tägliche Leben ist in einem Anwendungsbereich betroffen: Das Nachladen der Batterie! Seit wenigen Jahren fahren beim ADAC Testfahrzeuge mit Elektroantrieb. Zum Nachladen haben die meisten eine Reichweite von unter 100 Kilometern – kein Problem? Nachladen zu 100 Prozent kostet sechs bis acht Stunden, bei Schnelladestationen zu 80 Prozent eine halben Stunde! Dann werden etwa 80 Kilometer ohne Störung gefahren.

Die Suche nach einer Lösung geht nach Angaben von EU-Diplomaten weiter. Deren Kommissions-vorschläge aus dem Jahr 2017 führten in der Bundesregierung zum Streit über die Umweltziele für die Autobranche. Das Umweltministerium vertrat harte Ziele. Das Wirtschaftsministerium warb für Flexibilität. Diese „kann“ verbal mit limitiertem Elektroantrieb bestehen. Ideale Elektroantriebe aus Japan (Toyota), Korea (Hyundai) und bei Daimler (B-Klasse und GLS) irritieren beim der Preis. Neue Elektrofahrzeuge mit Wasserstoff in Brennstoffzellen kosten in der Mittelklasse etwa 75.000 Euro. Nachtanken benötigt drei Minuten – bei bis zu 1000 Kilometer Reichweite. In Hessen gibt es (wenige) Wasserstoff-Tankstellen. Der öffentliche Busverkehr wird auf diesen Antrieb umgestellt. Die ersten Fahrzeuge sind unterwegs – in Nordhessen Züge der Bahn!

Fazit

Die realistischen, technisch machbaren Grenzwerte können mit Einsatz dieser Entwicklungen als Teil der Umweltziele erreicht werden. Diese Technologie verlangt neue Arbeitskräfte in der Entwicklung. Am Fließband für Personenwagen sind seit Längerem nicht mehr als vier Arbeitskräfte erforderlich. Arbeitnehmer werden Strukturen für moderne Fahrzeuge entwickeln. Der Vorschlag der EU-Kommission zur Minderung des CO2-Ausstoßes der Neuwagenflotte um 15 Prozent kann bis zum Jahr 2025 realisiert werden. Dass Frau Schulze für die Umweltziele 25 Prozent fordert, sollte gemäß technischen Vorgaben hingenommen werden.

2018-06-28

A-17.06-8        Umweltziele

Kommentar hinterlassen