Ökostrom als grauer Markt der Energiewende

Maßnahmen orientieren sich an populistischen Vorschlägen mit pseudotechnischen Elementen. Die Initiatoren der Energiewende werben für künstliche Kraftstoffe und Verminderung von CO2.

Als Prolog ist zu setzen, dass die Kapazitäten der Windanlagen „mindestens“ vervierfacht werden müssten. Mit der Konzentration auf Ökostrom wird es keine Energiewende in Deutschland geben (vgl. Kuhlmann, A.; Dena-Studie). In breitem Ansatz sollten mit dem Ziel der Energiewende viele Technologien wie Wasserstoff, die Umwandlung von Ökostrom in synthetische Energieträger und Kraftstoffe berücksichtigt werden. Diese Überlegungen werden in den meisten Publikationen ignoriert. In den „plauderhaften“ Darstellungen wird wie vor zehn Jahren (und davor) auf die Umwandlung von Windkraft oder Sonnenenergie in elektrischen Strom verwiesen. Diese Naturelemente sollen die Energiewende stemmen. Die Folge sind Publikationen wie diese:

Daimler setzt auf Elektro-LKW – der Lkw-Hersteller Daimler geht bei seiner US-Marke Freightliner mit zwei komplett elektrischen Lastwagen auf den Markt. Zunächst sollen 30 Fahrzeuge in einer Art Pilotphase an Kunden ausgeliefert werden. Der Beginn der Serienfertigung ist für 2021 geplant. Der schwere e-Cascadia soll eine Reichweite von fast 400 Kilometern haben. Der leichtere e-M2 soll 370 Kilometer schaffen. Als wirtschaftliches Hilfsmittel für die Energiewende wird argumentiert:
Daimler Aktien liegen marktkonform leicht im Plus.

Energiewende zwischen Standorten und Mobilität

Alle Beteiligten sollten klare Signale geben. Es ist notwendig, noch in dieser Wahlperiode Ziele für Emissionsminderungen im Jahr 2050 vorzugeben. Die bisherige, von den internationalen Klimazielen abgeleitete Spanne von „80 bis 95 Prozent“ reiche nicht aus. Eine Konkretisierung der Ziele ist dringend geboten (vgl. Kuhlmann ebda.). Die Vorgabe von 90 Prozent CO2 -Minderung für 2050 gegenüber dem Jahre 1990 soll festgelegt werden. Nur bei weitgefassten Zielen sei es sicher, dass die Anstrengungen mit diesem Ziel unternommen werden. Welche Vorgaben sind zu unterscheiden?
Umweltschutz mit dem Ziel der Verminderung von Stickoxiden ist etwas anderes als Verminderung des CO2 –Gehalts der Luft über der Erde. Beides kann kontraproduktiv zum anderen sein. Die EU verlangt in ihren Verordnungen beides. Die Folge ist die Verminderung von dieselgetriebenen Fahrzeugen und die Erhöhung des CO2 –Gehalts der Luft, da „Benziner“ wesentlich mehr CO2 erzeugen. Das bedeutet, dass auf diesem Weg der Klimawandel forciert wird. Wie dargestellt, sind zur Energiewende regenerative Energien einzusetzen. Dazu zählen Geothermie, Kernkraft, Wasserkraft und die Verwendung des von der Sonne erzeugten Wasserstoffs in Brennstoffzellen.

Ökologie als Vorgabe für vergangene Energieerzeuger

Die unregelmäßige Verfügbarkeit von Sonnen- und Windkraft kann die Existenz eines modernen Industriestaats wieder für Produktion auch für Dienstleistungen sicherstellen. Der Ausgleich durch Kohle und Gas sollte zeitnah nicht mehr möglich sein. Kernkraft gibt es ab 2022 in Deutschland nicht mehr. Damit wird die Befolgung nicht geschützt, denn benachbarte Staaten sehen keine Veranlassung auf Kernkraft – dort mit geringeren Sicherheitsvorkehrungen – zu verzichten. Geothermie und Wasserkraft reichen nicht aus, um Energieversorgung und Energiewende in Deutschland zu sichern. Die Rotoren für die Umsetzung der Windkraft habe eine Lebenserwartung von 13 Jahren, die Türme von 20 Jahren. Die ersten müssen stillgelegt werden. Solarkraft ist teurer. Die ersten Hersteller von Solarelementen sind in der Insolvenz.

Die Energiekonzerne versuchen diese Problematiken in ihren Argumentationen mit Hoffnung auf die Inkompetenz von Bürgern und Lesern zu umschiffen. Es gibt wenige Staaten, die den Umfang des deutschen Energiebedarfs haben, aber viele, die Vorgaben der Klimakonferenzen ignorieren oder abstreiten (vgl. Trump, D. – US-amerikanischer Präsident – 2017). Für alle gibt es die kurzfristige Zielsetzung des schnellen Gewinns, der sich in Begleitung des eigenen Amtes realisieren lässt – in memoriam: Nach mir die Sintflut! Die kommt auch – auf die flachen Inseln der Ozeane!

Der aktuell noch propagierte Ökostrom soll das Gewissen der Unternehmer von Energiekonzernen beruhigen und die abhängigen Bürger bei ihrer ungestörten Arbeitsleistung belassen. Elektroautos werden in Massen avisiert. Auch die Problematik der Umweltschäden bei der Produktion derselben und die Unmöglichkeit der Auffüllung aller Batterien in E-Autos werden geflissentlich verschwiegen. Wenn mehr als 25% der Fahrzeuge in Deutschland mit aufzuladender Elektrizität betrieben werden, bricht das aktuelle Stromnetz zusammen. Weder die Entwicklung von Technologien für schnelle Ladeprozesse mit neu entwickelten Batterien, noch die Energieerzeugung über die aktuellen Kabelsysteme können dies ausgleichen – auch nicht in den nächsten Jahrzehnten!

Geflissentlich werden die Energieformen ignoriert, die in den kommenden Jahrzehnten die Chance haben Länder wie Deutschland wieder ausreichend mit Energie zu versorgen. Wasser und Erdwärme reichen nicht aus. Für die nachhaltige Energiewende bleibt allein der Wasserstoff. Diese werden bisher wegen der hohen Kosten behindert. Im Rhein-Main-Gebiet gibt es Busse mit Wasserstoffantrieb. Die kosten das Dreifache der Busse mit Dieselantrieb. Das muss akzeptiert werden. Die Kosten sind im Komplex zu kalkulieren.

Anzustrebende Maßnahmen für die realistische digitale Energiewende

Die Regierungen Europas sind aufzufordern, sich durch die Energiewende für das Erreichen der Klimaziele 2030 einzusetzen. Damit ist der Abbau von Kohlendioxidemissionen verbunden. Als Stichworte ist der Ausbau der steuerlichen Förderung bei der Gebäudesanierung durch den Bund, Einschränkungen im Güterverkehr auf kommunaler Ebene, ein größeres Engagement der Länder beim Stromleitungsbau sowie weniger Hürden beim Aufbau regenerativer Energien verbunden. Die Abstandsvorgaben zum nächsten Wohnhaus sind zu ändern (vgl. Kuhlmann ebda.).
Untersuchungen kommen zum Ergebnis, dass die Energiewende machbar sei. Die Kosten dafür werden auf eine bis zwei Billionen Euro geschätzt, was angesichts der langen Dauer und der starken deutschen Wirtschaftskraft ein überschaubarerer Betrag sei. Zudem werde der größte Teil der Gelder investiert, nicht konsumiert (Wissenschaftsorga´ Acatech und Industrieverbands BDI – 2018). Eine auf Strom basierte Energiewende käme für die Bürger erheblich teurer als das Erreichen der Ziele mit einem „Technologiemix“. Mit dem zweiten Ansatz seien die Vermeidungsziele um 600 Milliarden Euro günstiger zu erreichen.
Allerdings gehörten dazu auch in Deutschland verpönte Technologien wie das Abscheiden und Speichern von CO2, das „CCS“. Unabhängig davon müsse die Basis für regenerativen Strom stark ausgeweitet werden (Dena-Studie ebda.). Es ist unrealistisch die Kapazitäten der Windanlagen „mindestens“ zu vervierfachen und die der Photovoltaikanlagen – mangels qualifizierter Anbieter – um das Dreifache auszubauen.
Positive Perspektiven hat der Ausbau synthetischer erneuerbarer Kraft- und Brennstoffe. Dazu wird beherzteres Vorgehen gebraucht (vgl. Kuhlmann ebda.). Hier unterscheiden sich die Studien, die zum Teil auf Elektrizität, zum anderen auf künstliche Kraft- und Brennstoffe setzen. Die Untersuchungen kommen zu dem Schluss, dass der Bedarf an synthetischen Kraftstoffen, die per Elektrolyse auf Basis von Ökostrom gewonnen werden, allein in Deutschland zeitnah nicht zu decken sei.

Fazit

Um das auf der letzten Klimakonferenz angestrebte 95-Prozent-Ziel zu erreichen, müssten die deutschen Kohlendioxidemissionen ab sofort jedes Jahr um 26 Millionen Tonnen sinken. Beim 80-Prozent-Ziel wären es immer noch 20 Millionen Tonnen im Jahr. Die Emissionen sind zu Beginn der 90er Jahre um 21 Millionen Tonnen im Jahr gesunken; seit 2014 verharren sie auf einem Niveau von 900 Millionen Tonnen (Hecking, H.; Ewi-Institut, Köln – 2018). Die angestrebten und geforderten Maßnahmen der Energieversorgung können sich i. V. m. der Digitalisierung zur Bedrohung für die deutschen Mittelständler entwickeln. (Studie ibi research; UNI Regensburg – 2017). Demnach ist die deutsche Wirtschaft nicht nur mittelständisch geprägt, sondern in jeder Handelsstufe spezialisiert. Gleichzeitige Umstellungen in Digitalisierung und Energieversorgung fordern andere Wertschöpfungsbeiträge im Hinblick auf Informationen, Sortimente und Preise der Produkte. Deswegen waren für diese Unternehmen Energiefragen bisher kein Thema und hohe IT-Kompetenz nicht erforderlich. Es besteht ein großer Nachholbedarf im Mittelstand, der noch verkannt wird (Heinemann, G.; eWeb Research Center der Hochschule Niederrhein, Mönchengladbach – 2017).

 

2018-06-05
A-18.06-2        Energiewende

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