Elfte MPC Private Equity GmbH & Co. KG (Private Equity 11)

In Deutschland gibt es am grauen Markt selten größere Auszahlungen zugunsten von Anlegern. Was steckt hinter dem Zufluss von 10% der Kommanditeinlage des (kurz: Private Equity 11)?  

Wissen die Kapitalanleger unter unseren Mitbürgern, dass es gelegentlich relativ große Ausschüttungen aus Beteiligungen gibt, die höher sind als die Dividenden mancher Dax-Konzerne? Von Sparkonten wollen wir hier nicht reden. Die Mehrheit der Deutschen orientiert sich an den gelegentlich kolportierten Zahlen von Freunden und Bekannten bei von Klagen erfüllten Treffen. Kann es wie im vorliegenden Fall anders sein oder ist das ein Einzelfall einer durch Zufall guten Anlagemöglichkeit in den letzten Jahren?

Hervorzuheben ist, dass der Auszahlungsbetrag nicht in der persönlichen Steuererklärung des Anlegers anzugeben ist. Natürlich wird die Ausschüttung damit nicht steuerfrei. Der wird in der einheitlichen und gesonderten Feststellung des Ergebnisses der Gesellschaft berücksichtigt und dem persönlichen steuerpflichtigen Einkommen zugewiesen.

Bericht der Gesellschaft

In der Mitte des Jahres 2018 hat die Geschäftsführung im Rahmen einer Beschlussfassung einen Kurzreport vorgelegt, der den Geschäfts- und Treuhandbericht umfasst. Darin sind die wichtigsten Informationen zum Stand der Beteiligung zu entnehmen. Irritieren kann, dass die Gesellschafterversammlung im schriftlichen Verfahren durchgeführt wird. Die Anleger werden durch Vorschläge und Empfehlungen zu einzelnen Punkten geleitet. Sie nehmen durch Übersendung des ausgefüllten und unterschriebenen Stimmenbogens oder online an der Abstimmung teil. Das Ignorieren der Aufforderung entspricht rechtlich einer Enthaltung. Das Besondere der Beteiligung Private Equity 11 ist die Möglichkeit Informationen online oder individuell über Mails zu erhalten.

Das Dachfonds-Portrait zeigt mit dem Private Equity 11 von MPC eine qualifizierte Leistung. Mit dieser KG sind stark schwankende und nur mäßig hohe Renditen auch in der Zukunft nicht zu erwarten. Die sehr großen Buyout-Deals liefern den Initiatoren von Dachfonds schon seit Jahren beständig Zulauf für ihre Small und Mid Cap-orientierten Produkte. Der seit etwa 10 Jahren existierende Spross der MPC-Dachfondsfamilie macht da keine Ausnahme. Investorengelder wurden in das als lukrativ eingestufte Marktsegment „europäischer Mittelstand“ gepumpt.

MPC ist seinem Konzept bei Dachfonds mit festgelegten Investitionszielen über Jahre treu geblieben. MPC hat den Private Equity 11 als Dachfonds auf europäische Small und Mid Cap-Buyouts vermögensverwaltend gestaltet. Somit fallen sämtliche Investments, die vor Ende 2008 eingegangen werden, noch unter die vorteilhafte bisherige Steuergesetzgebung. Eine (nicht gebührenträchtige!) Platzierungsgarantie von MPC Capital Investments über das gesamte Fondsvolumen von 21,5 Mio. Euro ermöglichte im Jahr 2008 eine frühe Vorallokation, bei der den enthaltenen Private Equity-Fonds jeweils fünf Mio. Euro zugesichert wurden:

Überschaubare Gebührenstruktur erweckte falsche Hoffnungen auf Erträge

Mit 6% anfänglichen Einmalkosten (ohne 5% Agio) und 1,6% jährlicher Kosten inkl. sonstiger Aufwendungen und Mehrwertsteuer blieben die Gebühren des Private Equity 11 im üblichen Rahmen. Die Performance Fee beträgt wie bei den Vorgängerfonds 10% nach 8% Vorzugsverzinsung pro Jahr.  Die Einstiegshürde war mit 10.000 Euro anlegerfreundlich. Angesichts von bereits 30 bestehenden Beteiligungen in vier vordefinierten Zielfonds erschien das Blind Pool-Risiko des Private Equity 11 der MPC spürbar vermindert. Die ließ zum Zeitpunkt der Platzierung mit der rekordverdächtig hohen Investitionsquote von 40% Investoren hoffen in den Genuss der üblichen Vorteile einer Zweitmarkttransaktion zu kommen.

Nach der Laufzeit von zehn Jahren verbleiben unter Berücksichtigung der Verlängerung der Laufzeit bis zum Jahr 2019 in der gesamten Betrachtung karge Zuflüsse. Der Blick auf Auszahlungen von insgesamt 20% des Kommanditkapitals im Jahr 2018 erweckt positive Empfindungen. Die Gesamtbetrachtung alle Zahlen zeigt ein unbefriedigendes Ergebnis. Im Jahr 2008 waren Eigenmittel von 21,5 Millionen Euro für vier Partnerfonds eingesammelt worden. Aus Substanz und Ertrag waren den Anlegern bis Mitte des Jahres 2018 etwa 94 Prozent des investierten Kommanditkapitals wieder zugeflossen. Der Restwert beläuft sich noch auf 14 Prozent davon.

Sobald alle Beteiligungen des Private Equity 11 veräußert und sämtliche Vermögenswerte an die Anleger der Gesellschaft ausgekehrt sein werden, wird der Geschäftsbetrieb eingestellt. Die Gesellschaft wird ohne individuelle Kündigungen aufgelöst. Nach den Informationen durch das Management sollen die Entwicklungen der im Bestand befindlichen Unternehmen optimiert werden. Noch aktive Zielunternehmen sollen für potentielle Verkäufe vorbereitet werden. Das werde nach Ausführung des Managements innerhalb der nächsten zwölf Monate seinen Abschluss finden. Die Zeitpunkte können nicht prognostiziert werden. Die Veräußerung ist in seinen Entwicklungen und denen der Partnerfonds abhängig.

Fazit

In der Konsequenz wird der Gesamtertrag des Private Equity 11 nicht die Vorstellungen bei Beginn der Zeichnung im Jahr 2008 erfüllen. Etwa ein Jahr vor Schluss der aktiven Tätigkeit der KG ist eine Kapitalrückzahlung noch nicht erreicht. Positive Perspektiven im Risikobereich in Geschäften mit qualifizierten Initiatoren wurden nicht erfüllt. Diesen Eindruck versucht die Darstellung des Managements zu verwischen. Bei negativen Verhältnissen ist es geschickt sich an den Fakten zu orientieren und den Eindruck zu erwecken, dass ein Verlauf wie früher erwartet heute dargestellt wird. Im letzten Kalenderjahr durften alle Illusionen ihr Ende gefunden haben. Bis dahin bleibt die vermeintliche Bestätigung des ordnungsgemäßen Verlaufs mit einer der letzten Gesellschafterversammlungen.

2018-07-07

A-17.07-4        Private Equity 11

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